Bodenversauerung

Die Versauerung von landwirtschaftlichen Böden kann Auslöser schädlicher Bodenveränderungen sein. In diesem Zusammenhang ist bedeutsam, dass Prüf- oder Maßnahmenwerte für den Wirkungspfad Boden-Pflanze, die im Ammoniumnitrataufschluss zu bestimmen sind, bereits dann überschritten werden können, wenn nur mäßig erhöhte Schadstoffgehalte im Königswasseraufschluss vorliegen.
Dieser Zusammenhang ergibt sich aus der starken pH-Wert-Abhängigkeit der Pflanzenverfügbarkeit, insbesondere für Cadmium, Nickel und Zink, nachrangig auch für Blei (FRÄNZLE et al. 1995, LIEBE et al. 1997, UTERMANN et al. 2003). Den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen dem prozentualen Anteil der mobilen Schwermetallgehalte im Ammoniumnitrataufschluss und dem Gesamtgehalt im Königswasseraufschluss verdeutlicht Abb. 1.

Abb. 1: Anteil der mobilen Fraktion am Gesamtschwermetallgehalt in Abhängigkeit vom pH-Wert (nach FRÄNZLE et al. 1995)

Relevante Prüf- bzw. Maßnahmenwertüberschreitungen im Ammoniumnitrataufschluss werden insbesondere in landwirtschaftlich benachteiligten Regionen beobachtet, in denen sehr niedrige pH-Werte in landwirtschaftlich genutzten Böden beobachtet werden. So liegen dem Ingenieurbüro Feldwisch zum Beispiel für das Bergische Land (NRW).

Bei niedrigen pH-Werten und moderaten Schwermetallgesamtgehalten können die Gefahren durch eine an den Standort angepasste Gesundungs- und Erhaltungskalkung sichergestellt werden. Dabei kann es im Einzelfall erforderlich sein, dass die landwirtschaftlich definierten Ziel-pH-Werte im Interesse der Mobilitätsminderung überschritten werden müssen. Bei höheren Schwermetallgesamtgehalten sind neben der pH-Wert-Regulierung ggf. zusätzlich immobilisierende Maßnahmen zu ergreifen.

Weiterführende Informationen:

Feldwisch, N., I. Müller, B. Marschner (2004): Immobilisierung von Schadstoffen – ein neuer Weg der Gefahrenabwehr bei flächenhaften schädlichen Bodenveränderungen für den Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze? Bodenschutz 4´04, S. 124-131.

Unser Leistungsangebot für Sie:

  • Auswertung vorliegender Bodendaten im Hinblick auf die Pflanzenverfügbarkeit der Schadstoffe
  • Erstellung und Auswertung von Bodenbelastungskarten im Hinblick auf den Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze
  • Ergänzende Aufwuchsuntersuchungen zur Absicherung des
  • Gefahrenverdachts
  • Gefahrenabwehr: Ableiten von geeigneten, erforderlichen und angemessenen Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen

Weitere, ausführliche Informationen finden Sie hier:
Bodenversauerung (ausführliche Fassung im pdf-Format)